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Gesetzliche Grundlagen zur Haltung von Schildkröten in der Schweiz

Tierschutzverordnung (TSchV)

Am 23. April 2008 hat der Bundesrat die neue Tierschutzverordnung (TSchV) verabschiedet. Diese trat zusammen mit dem Ende 2005 beschlossenen Tierschutzgesetz am 1. September 2008 in Kraft.

In dieser Verordnung sind zahlreiche Bestimmungen enthalten, die für die Schildkrötenhaltung in der Schweiz relevant sind.

Die Tierschutzverordnung von 2008 wird bereits ein erstes Mal revidiert. Die Revision tritt per 01. Januar 2014 in Kraft treten, welche aber nur unwesentliche Änderungen für Schildkrötenhalter beinhalten.

Detailinformationen zur geltenden Tierschutzverordnung betreffend Schildkrötenhaltung >

Bundesgesetz über den Verkehr mit Tieren und Pflanzen geschützter Arten (BGCITES)

Seit dem 1. Oktober 2013 ist das Bundesgesetz über den Verkehr mit Tieren und Pflanzen geschützter Arten (BGCITES) in Kraft getreten. Das Gesetz und die dazu gehörenden Verordnungen regeln die Kontrolle des Verkehrs mit Tieren und Pflanzen CITES geschützter Arten, mit Teilen solcher Tiere und Pflanzen sowie mit Erzeugnissen, die daraus hergestellt sind. Für jede Einfuhr von Arten, welche dem Washingtoner Artenschutzabkommen unterstehen, werden ein Original-CITES-Zertifikat vom Herkunftsland und eine Einfuhrbewilligung der Schweiz benötigt.

Für den Schildkrötenhalter in der Schweiz ist die Nachweispflicht relevant:

Jede Person, die CITES-geschützte Schildkröten besitzt, muss in der Schweiz deren legale Herkunft nachweisen können. Bei Altbeständen wird der Nachweis mit Dokumenten in vielen Fällen nicht möglich sein. Dieser Problematik sind sich die Behörden bewusst und es reicht, wenn der Besitzer die Herkunft solcher Tiere glaubhaft (z. B. Fotos, Zeugen etc.) darlegen kann. Wer neu Schildkröten erwirbt, muss sich vom Vorbesitzer einen Herkunftsnachweis ausstellen und unterschreiben lassen. Eine Vorlage für den Nachweis der Herkunft CITES-geschützter Schildkröten kann hier heruntergeladen werden. Wir empfehlen auch für nicht geschützte Arten einen Herkunftsnachweis, da diese in Zukunft vielleicht auch CITES gelistet werden.

SIGS Vorlage Herkunftsnachweis (PDF)

Freisetzungsverordnung (FrSV)

Verordnung über den Umgang mit Organismen in der Umwelt (Freisetzungsverordnung, FrSV) vom 10. September 2008

Am 1. September 2008 ist das Verbot der Haltung von Rotwangen-Schmuckschildkröten (Trachemys scripta elegans) in Kraft getreten. Bis heute ist unklar, wie auf behördlicher Seite mit den vielen Rotwangen-Schmuckschildkröten in den privaten Schildkrötenhaltungen umgegangen werden soll. Wir empfehlen deshalb, die Rotwangen-Schmuckschildkröten ausbruchsicher und möglichst artgerecht zu halten, jedoch vom Kauf oder Verkauf und von der Vermehrung dieser Schildkrötenart abzusehen.

Im TESTUDO (Ausgabe September 2009) wird ausführlich über diese Thematik berichtet. >