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Frühbeetkasten für Landschildkröten

Einleitung

Ein Frühbeetkasten im Schildkrötengehege ermöglicht den Wärme liebenden Landschildkröten aus dem Mittelmeerraum unser nasskaltes mitteleuropäisches Klima im Frühjahr und Herbst sowie anhaltende Schlechtwetterperioden im Sommer gut zu überstehen. Sobald sich ein paar Sonnenstrahlen zeigen, erwärmen sich die Frühbeetkasten sehr schnell und die Schildkröten können ihre Körpertemperatur auf optimale Werte steigern. Bei kalter Witterung ohne Sonneneinstrahlung ist die für die Schildkröten notwendige Umgebungstemperatur jedoch nur durch eine Wärmelampe erreichbar. Wichtig ist die Installation eines einfachen, öldruckbetriebenen Lüfters, der durch Anheben eines Fensters eine Überhitzung des Frühbeetkasten verhindert. Ein Frühbeetkasten wird vorzugsweise auf ein Fundament aus Beton, Holz oder Ähnliches verschraubt. Eine Aussparung dient als Eingang. Der Frühbeetkasten, welchen die Schildkröten abends als Schlafstelle meist selbständig aufsuchen, bietet einen weiteren grossen Vorteil. Die Schildkröten können darin in der Nacht durch ein verschliessbares Türchen sicher vor Fressfeinden geschützt werden. Schildkröten graben sich während Ruhephasen gerne im lockeren Substrat ein. Deshalb ist ein leicht feuchtes Rindenhäcksel-Erdgemisch oder ein Buchenlaub-Erdgemisch, mit einer trockenen Strohschicht abgedeckt, ein idealer Bodengrund im Frühbeet.

Verwendete Kunststoffe bei Frühbeetkasten

Die Frühbeetkasten sind in erster Linie als Aufzuchtbehälter für Gemüse und Blumen gedacht und sind nicht für die Bedürfnisse unserer Schildkröten konzipiert. Deshalb mag das standardmässig verwendete meist bläuliche Polycarbonat (PC) den Bedürfnissen von Jungpflanzen das Richtige sein, nicht aber für unsere sonnenhungrigen Reptilien. Speziell für Schildkröten eignen sich Frühbeetkasten aus witterungsbeständigem Polymethylmethacrylat (PMMA), besser bekannt unter den Handelsbezeichnungen Plexiglas oder Acrylglas. Durch die hohe Transparenz des Materials erwärmen sich die Frühbeetkasten stärker und die Tiere lassen sich auch gut beobachten. Acrylglas ist zwar teurer als Polycarbonat, die Investition lohnt sich aber allemal, da es neben den Vorteilen für die Schildkröten auch wesentlich langlebiger ist. Das standardmässige PMMA ist zwar UV-beständig, jedoch nicht automatisch UV durchlässig. Das bedeutet, dass nur eine spezielle UV-durchlässige PMMA-Variante unseren Schildkröten erlaubt, die wichtigen UV-Strahlen zu nutzen. Das UV-durchlässige Acrylglas in der Ausführung als Doppelstegplatte ist also die richtige Wahl für unsere Schildkrötenhäuser. Glücklicherweise gibt es eine eindeutige Bezeichnung für diese Materialqualität: Alltop. Fragen Sie also nach Alltop und Sie haben Gewähr, dass Sie die für Schildkröten geeignetste Ausführung gewählt haben.

Angebote aus dem Handel in der Schweiz

A. Frei Gewächshaustechnik

Anton Frei ist selber Halter von europäischen Landschildkröten und kennt daher die Anforderungen an einen für Schildkröten geeigneten Frühbeetkasten sehr genau. Seine Frühbeetkasten bestehen vollständig aus UV-lichtdurchlässigen 16 mm Alltop-Stegplatten. Ein optionaler Unterbau mit Pendelklappe ist ebenfalls in Alltop-Qualität erhältlich. Die Frühbeetkasten werden fertig montiert geliefert.

Folgende Abmessungen sind erhältlich:

  • Flora : 1 m Breite mit 1 Deckel
  • Flora 150: 1.5 m Breite mit 2 Deckel
  • Flora 200: 2 m Breite mit 2 Deckel

Die Tiefe beträgt jeweils 1 Meter.

www.frei-gewaechshaus.ch

Neogard AG

Schon seit vielen Jahren bietet die Firma Neogard für Schildkröten geeignete Frühbeetkasten an. Die Deckel werden in Alltop-Qualität geliefert. Die Seitenwände können neben dem bläulichen Polycarbonat auch aus hochtransparentem Polycarbonat bestellt werden, aber nicht in Alltop-Qualität. Auf der Website von Neogard gibt es für Schildkrötenfreunde einen speziellen Flyer.

www.neogard.ch

Überwinterung im Frühbeetkasten

Ein Frühbeetkasten ist für eine artgerechte Haltung im Freilandgehege sehr sinnvoll und erlaubt die ganzjährige Freilandhaltung der Schildkröten. Für die Überwinterung muss unter dem Frühbeetkasten eine gegen Mäuse abgesicherte Grube von mindestens 50 cm Tiefe vorhanden sein. Diese Grube wird mit einem Gemisch aus lockerer Gartenerde mit feuchtem Rindenhäcksel oder Buchenlaub gefüllt. Wichtig ist es, den Boden der Grube mit einer Drainage zu versehen, damit eindringendes Wasser abfliessen kann. Die Vorbereitungsphase auf die bevorstehende Winterstarre kann naturnah und ungestört ablaufen und wird nicht durch den Menschen aufgrund des Umsetzens in die Überwinterungskiste gestört. Eine zeitweise eingesetzte Wärmelampe unterstützt dabei den Prozess zur Winterstarre wie in der Natur, wo auch an Oktobertagen die Sonne das Habitat noch kräftig erwärmen kann. Nachdem sich die Schildkröten selbständig in der Überwinterungsgrube zur Winterstarre begeben haben, wird die Substratfeuchte nochmals überprüft. Das Substrat soll deutlich feucht, fast nass sein. Anschliessend wird eine dicke Schicht nasses Buchenlaub oder Stroh in den Frühbeetkasten gefüllt. Die Schildkröten graben sich je nach Bedürfnis in die für sie geeignete Substrattiefe ein. Die Frühbeetkastenabdeckung verhindert das Eindringen von Wildtieren und dient als zusätzliche Wärmedämmung. Der so isolierte Boden wird niemals gefrieren und gewährleistet konstante Umgebungsbedingungen, da witterungsbedingte Wärme- oder Kälteeinbrüche die Bodentemperatur kaum beeinträchtigen. Im Frühjahr wird die Laub- oder Strohschicht entfernt und der Boden erwärmt sich aufgrund des Treibhauseffektes relativ rasch. Die Schildkröten erwachen selbständig aus der Winterstarre und geniessen die ersten wärmenden Sonnenstrahlen. Der automatische Fensterheber verhindert Hitzestau und die Wärmelampe sorgt an kühlen Frühjahrstagen für genügend zusätzliche Wärme.

Anleitung zum Bau

1. Erstellung des Unterbaus/Überwinterungsgrube des Frühbeetkasten

Mit dem Aushub der Überwinterungsgrube beginnt man als erstes. Diese zwischen 500 und 800 mm tiefe Mulde dient später als Überwinterungsquartier. Das Aushubmaterial kann zur Modellierung des Geheges, vor allem aber dem Aufbau eines grosszügigen Eiablagehügels dienen. Die Mulde wird beispielsweise mit Betonelemente mäusesicher ausgekleidet und mit Betonkies aufgefüllt. Leerrohre werden vor der Betonierung zwecks Elektrifizierung der Frühbeetkasten eingezogen. Etwa 250 mm ragt das Fundament für die Frühbeetkasten aus dem Erdreich hinaus. Eine Aussparung dient später der Türöffnung. Die Oberfläche des Fundamentes wird bei dieser Bauart mit einem feinen Abrieb versehen. Der Grund der Mulde erhält eine mäusesichere Sickergrube aus Geröllsteinen. Die Stromanschlüsse werden durch den Elektriker fachgerecht installiert.

2. Montage der Frühbeetkasten

Die Frühbeetkasten werden beispielsweise durch Alu-Profile sturmsicher mit dem Fundament verschraubt. Das Törchen, zum Beispiel aus Kunststoff, wird durch Alu-U-Profile geführt und ist mardersicher verschliessbar. Die Abdeckungen aus lichtdurchlässigem Acryl werden montiert. Ein automatischer Lüfter hebt eine Abdeckung bei Erreichen von ca. 25° C. Damit wird eine Überhitzung des Frühbeetkasten verhindert.

3. Auffüllen der Überwinterungsgrube

Rindenmulch-Erdgemisch oder Buchenlaub-Erdgemisch als Überwinterungssubstrat hat sich sehr bewährt. Dieses Substrat behält seine Feuchtigkeit über lange Zeit. Seine Saugfähigkeit verhindert Staunässe. Der hohe Säuregehalt des Substrats verhindert Fäulnisprozesse und Schimmelbildung. Vorgängig wird auf ein auf die Geröllsteinen ausgelegtes Flies eine erste Schicht Rindenmulch eingebracht. Die Grube wird anschliessend vollständig mit dem Rindenmulch-Erd-Gemisch aufgefüllt. Als oberste Schicht wird gehäckseltes Stroh (nicht Heu) eingebracht.

Bilddokumentation
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