Tierschutzverordnung (TSchV)
(Erläuterungen, Präzisierungen, Ergänzungen)

Einleitung

Am 23. April 2008 hat der Bundesrat eine neue Tierschutzverordnung (TSchV) verabschiedet. Diese trat zusammen mit dem Ende 2005 beschlossenen Tierschutzgesetz am 1. September 2008 in Kraft. Eine Revision trat per 1. Januar 2014 in Kraft, welche aber nur unwesentliche Änderungen für Schildkrötenhalter beinhaltet.

In dieser Verordnung sind zahlreiche Bestimmungen enthalten, die für die Schildkrötenhaltung in der Schweiz relevant sind. Die SIGS fühlt sich der artgerechten Tierhaltung verpflichtet und unterstützt die für die Schildkrötenhaltung relevanten Bestimmungen der Bundesverwaltung. Einige Mitglieder des SIGS-Vorstandes waren an der Erarbeitung der schildkrötenrelevanten Bestimmungen aktiv beteiligt. Die SIGS empfiehlt jedoch ihren Mitgliedern, die angegebenen Mindestgrössen für Gehege und Schildkrötenteiche in der praktischen Umsetzung wenn immer möglich, flächenmässig deutlich grosszügiger zu gestalten.

Nachfolgend sollen alle Bestimmungen aufgeführt werden, die der private, nicht gewerbsmässige Schildkrötenhalter in der Schweizer Tierschutzverordnung zu beachten hat.

Artikel 85: Anforderungen an Personen, die Wildtiere halten oder betreuen.

Für oben genannte Schildkrötenarten ist neben der Haltebewilligung ein Sachkundenachweis erforderlich. Der Halter dieser Arten hat eine vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) anerkannte fachspezifische Ausbildung zu absolvieren. In der Schweiz gibt es den Verein sara-ch (Sachkunde Reptilien Amphibien Schweiz), welcher von Mitgliedern der DGHT-Landesgruppe Schweiz gegründet und vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) anerkannt ist. Diese Kurse zur Erlangung des Sachkundenachweises sollen das notwendige Wissen zur artgerechten Haltung und Pflege der Tiere vermitteln. Riesen- und Meeresschildkröten müssen unter der Verantwortung von Personen betreut werden, die über eine Ausbildung zum Tierpfleger/Tierpflegerin verfügen.

Artikel 89: Privates Halten von Wildtieren

Das private Halten folgender Wildtiere ist bewilligungspflichtig:

  • Galápagos-Riesenschildkröte (Geochelone nigra)
  • Seychellen- und Aldabra-Riesenschildkröte (Aldabrachelys gigantea, früher Dipsochelys gigantea)
  • Spornschildkröte (Centrochelys sulcata)
  • Alle Meeresschildkröten (Cheloniidae sp.)
  • Geierschildkröte (Macroclemys temminickii)
  • Schnappschildkröte (Chelydra serpentina)
  • Schlangenhalsschildkröten (aus der Familie Chelidae mit etlichen dazugehörenden Gattungen)
  • Pelomedusenschildkröten (aus der Familie Pelomedusidae mit den dazugehörenden Gattungen)

Artikel 92: Wildtiere mit besonderen Ansprüchen an Haltung und Pflege.

Für die Erteilung der Haltebewilligung der unter Artikel 89 aufgeführtenden Schildkrötenarten ist ein Gutachten einer unabhängigen und anerkannten Fachperson notwendig. Diese hat die vorgesehenen Gehege und Einrichtungen auf deren Tauglichkeit zur artgerechten Haltung zu überprüfen.

Artikel 93: Tierbestandeskontrolle

Für die haltebewilligungspflichtigen Schildkrötenarten muss eine Tierbestandeskontrolle geführt werden.

Artikel 94: Bewilligungsverfahren

Das Gesuch ist an das Veterinäramt des Kantons, in dem die Tiere gehalten werden sollen, zu richten.

Artikel 95: Bewilligungsvoraussetzungen

Die Bewilligung wird nur erteilt werden, wenn:

  • Räume, Gehege und Einrichtungen der Art und Zahl der Tiere sowie dem Zweck des Betriebes entsprechen und die Tiere nicht entweichen können,
  • die Tiere, soweit nötig, durch bauliche oder andere Massnahmen gegen Witterung, Störung durch Personen, übermässigen Lärm und Abgase geschützt sind

Artikel 96: Bewilligung

Die erteilte Bewilligung ist maximal zwei Jahre gültig und muss danach immer wieder zur Erneuerung angemeldet werden. Die Bewilligung kann mit Bedingungen und Auflagen verbunden werden.

Anhang 2 der Tierschutzverordnung

Im Anhang 2 werden die Mindestanforderungen für das Halten von Wildtieren (mit oder ohne Bewilligung) aufgeführt.

Vorbemerkungen

Die Flächen- und Raummasse legen die kleinste jeweils zulässige Gehegegrösse fest. Die Gehege dürfen auch nicht kleiner sein, wenn weniger als die in den Tabellen genannte Zahl von Tieren (n) darin gehalten wird. Abtrenngehege, die die Mindestanforderungen nicht vollumfänglich erfüllen, dürfen nur für die kurzfristige Haltung von Tieren verwendet werden.

Die Tabellen nennen die höchstzulässige Zahl von erwachsenen Tieren im Gehege mit Mindestmassen. Dazu dürfen im selben Gehege deren Jungtiere gehalten werden. Die Mindestgehegegrösse richtet sich nach dem grössten Individuum, das im Gehege gehalten wird. Der weitere Platzbedarf richtet sich nach der Grösse der anderen Tiere.

Werden in einem Gehege mehrere Arten gehalten, die den Raum in gleicher Weise nutzen, so sind bei der Berechnung von Flächen und Volumina von jener Art mit den höheren Anforderungen an die Gehegemindestgrösse auszugehen. Die Flächen und Volumina für die weiteren Tiere der Art und für die Tiere der anderen Arten sind entsprechend den Anforderungen "für jedes weitere Tier" nach diesem Anhang dazuzuzählen.

Werden in einem Gehege mehrere Arten gehalten, die den Raum in unterschiedlicher Weise nutzen, so dürfen in dem für die Art mit dem grössten Raumanspruch vorgesehenen Volumen nach diesem Anhang die übrigen Arten gehalten werden, ohne dass der Raum vergrössert werden muss.

Bei Arten, die besondere Ansprüche z.B. an Luftfeuchtigkeit, Temperatur, Bodensubstrat oder Nahrung stellen, sind diese Ansprüche zu berücksichtigen, auch wenn dazu in der Tabelle keine Angaben gemacht werden.

Für Arten, für die ein Aussengehege vorgeschrieben ist, kann auf ein solches verzichtet werden, wenn den Ansprüchen der jeweiligen Tierart anders Rechnung getragen wird, beispielsweise durch geöffnete Fenster oder Schiebetüren bzw. -dächer, sofern Sonnenlicht bei geeigneter Aussentemperatur direkt einstrahlen kann oder die Gehege durch künstliches Licht, mit tageslichtähnlichem Spektrum, beleuchtet werden. In diesem Fall müssen die Masse der Innengehege mindestens jenen für Aussengehege entsprechen oder, falls Aussen- und Innengehege vorgeschrieben sind, deren Gesamtfläche. Verhalten wie Graben oder Überwintern in Höhlen sind dabei zu berücksichtigen.

Bei der Gruppenzusammensetzung sind, ungeachtet der zulässigen Belegung nach den Tabellen, die Sozialstruktur der jeweiligen Art und die Verträglichkeit der Individuen angemessen zu berücksichtigen.

Die Gehege müssen, ungeachtet der in den Tabellen im Einzelnen festgehaltenen Vorgaben, mit den der jeweiligen Art entsprechenden Funktions- und Klimabereichen angemessen ausgestattet sein. Der für die jeweilige Art optimalen Raumnutzung ist grosse Beachtung zu schenken.

Gehege müssen mit Tageslicht oder mit nicht flimmerndem Kunstlicht, das ein der Tierart entsprechendes Lichtspektrum aufweist, beleuchtet werden.

Bei allen, auch den in diesem Anhang nicht aufgeführten Arten, sind die spezifischen Anforderungen an Ernährung, Sozialstruktur, Klima einschliesslich Mikroklima, Substrat, Schwimm- oder Badegelegenheit, Grab- und Rückzugsmöglichkeiten sowie andere Infrastruktur wie Abtrennmöglichkeiten oder Komforteinrichtungen (z.B. Suhlen) zu erfüllen. Gehege für nicht aufgeführte Arten müssen so viel Raum aufweisen, dass die notwendigen Strukturen darin geeignet angeordnet werden können, um die jeweils spezifischen Anforderungen zu erfüllen. Als Richtschnur gelten entsprechende Fachgutachten auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Mit der Fütterung sind die arttypischen Merkmale der Nahrungsaufnahme (räumlich und zeitlich variierendes Futterangebot, Futterbeschaffung, Futterbearbeitung und Dauer der Futteraufnahme) zu simulieren. Die Tiere müssen so gefüttert werden, dass ihre besonderen Ansprüche, ungeachtet der in den Tabellen im Einzelnen festgehaltenen Vorgaben, ausreichend berücksichtigt sind.

In naturnah gestalteten Grossgehegen erfolgt die Überprüfung des Wohlergehens der Tiere durch eine ausreichend häufige und regelmässige Kontrolle des Funktionierens der Anlage und der technischen Einrichtungen, einschliesslich betreffend Ausbruchsicherheit, durch das Sicherstellen, dass die Tiere ihre Nahrungsbedürfnisse befriedigen können und angemessene Lebensbedingungen vorfinden, sowie durch eine Bestandesüberwachung.

Gehege müssen so gewartet und betrieben werden, dass die besonderen klimatischen und hygienischen Ansprüche der verschiedenen Tierarten, ungeachtet der in den Tabellen im Einzelnen festgehaltenen Vorgaben, ausreichend berücksichtigt sind.

Vorbemerkungen zu den Reptilien (Schildkröten betreffend)

Die Gehegegrösse muss sich, unter anderem wegen der teils enormen Unterschiede zwischen adulten und juvenilen Tieren, nach der Körperlänge bzw. der Panzerlänge (Carapax-Stockmass) des gehaltenen Individuums richten. Die Gehegegrösse ergibt sich aus der Addition der für jedes einzelne Tier bestimmten Flächen und wird in der Tabelle in der Masseinheit «Körperlänge» (KL) angegeben. Die Körperlänge bedeutet bei Schildkröten die Panzerlänge. Werden mehrere unterschiedlich grosse Tiere zusammen gehalten, so ist die Grösse des grössten Tieres massgebend für die Berechnung. Ergibt sich rechnerisch ein höherer Wert als 2,2 m, so kann die geforderte Gehegehöhe bzw. Bassintiefe aus praktischen Gründen auf 2,2 m beschränkt werden. In diesem Fall ist die Gehegefläche proportional so zu vergrössern, dass das Mindestgehegevolumen eingehalten ist.

Die besonderen Ansprüche der jeweiligen Tierart an Temperatur (Ektothermie), Luftfeuchtigkeit und Licht sind zu berücksichtigen. Genaue Informationen sind der aktuellen Terraristikliteratur und den Fachinformationen des BLV zu entnehmen.

Gehege für wehrhafte Reptilien (wie Schnapp- und Geierschildkröten) sind so zu gestalten und zu betreiben, dass den Sicherheitsaspekten ausreichend Rechnung getragen wird. Die Gehege müssen mit Sicherheitsverschlüssen (Schlösser, Verschlussriegel usw.) ausgerüstet sein.

Für die Quarantäne, zur Behandlung von Krankheiten und Unfällen, zur Eingewöhnung, zur Zucht und Aufzucht und für die Winter- oder Trockenruhe können Tiere vorübergehend in kleineren, strukturierten Gehegen gehalten werden. Angegeben ist für Wasserschildkröten die Wassertiefe an der tiefsten Stelle des Bassins. Bei manchen Arten müssen zudem flachere Bereiche vorhanden sein.

Rechnungbeispiel zur Berechnung der Mindestfläche des Schildkrötengeheges

Haltung von fünf Griechischen Landschildkröten (Testudo hermanni) mit folgenden Abmessungen (Bauchpanzerlängen in Meter): 0.25 m, 0.23 m, 0.20 m, 0.10 m und 0.10 m.

Berechnung:

Nr. Körperlänge (KL) in m Benötigte Fläche (m2)
1 0.25 8.00
2 0.23
3 0.20 0.80
4 0.10 0.40
5 0.10 0.40
Total 9.60

Die SIGS empfiehlt, die in diesem Beispiel berechnete, gesetzlich geforderte Mindestfläche von 9.6 Quadratmetern auf mindestens 15 Quadratmetern zu erhöhen, um einer artgerechten Haltung der bewegungsfreudigen Griechischen Landschildkröten genügen Rechnung zu tragen.

Gruppe Riesenschildkröten

Arten:

  • Galápagos-Riesenschildkröte (Chelonoidis nigra)
  • Aldabra-Riesenschildkröten (Dipsochelys sp)

Gehegefläche Landteil:

8 x 4 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Besondere Anforderungen:

  • Zusätzlicher Auslauf im Freien, solange es die Wetterverhältnisse erlauben. (1)
  • Gewisse Arten müssen in einem heizbaren Bassin oder Becken ausreichender Grösse baden können, auch im Abtrenngehege. (2)
  • Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann. (3)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Für alle Riesenschildkröten, Spornschildkröten, Weichschildkröten und Warane: Werden mehrere Tiere im gleichen Gehege gehalten, so müssen die Gehege unterteilt werden können oder es müssen andere geeignete Abtrenngehege vorhanden sein. (6)
  • Der Boden muss teilweise mit grabfähigem Substrat versehen sein, sodass die Tiere darin graben und, je nach Art, sich zurückziehen können. (7)
  • Solide Gehegekonstruktion (Terrarium). (12)
  • Bei gewissen tagaktiven Arten sind helle Lampen (LED, HQL, HQI oder vergleichbare Lampen) zur Bestrahlung lokaler Aufwärmplätze zu verwenden, ausser die Tiere werden im Freiland oder in Gehegen mit direkter Sonneneinstrahlung gehalten. Die ausschliessliche Verwendung von Bodenheizungen oder Infrarotstrahlern ist nicht zulässig. (26)

Spornschildkröte (Centrochelys sulcata)

Gehegefläche Landteil:

8 x 4 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Besondere Anforderungen:

  • Zusätzlicher Auslauf im Freien, solange es die Wetterverhältnisse erlauben. (1)
  • Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann. (3)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Für alle Riesenschildkröten, Spornschildkröten, Weichschildkröten und Warane: Werden mehrere Tiere im gleichen Gehege gehalten, so müssen die Gehege unterteilt werden können oder es müssen andere geeignete Abtrenngehege vorhanden sein. (6)
  • Der Boden muss teilweise mit grabfähigem Substrat versehen sein, sodass die Tiere darin graben und, je nach Art, sich zurückziehen können. (7)
  • Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein. (9)
  • Solide Gehegekonstruktion (Terrarium). (12)

Gruppe Tropische und subtropische Landschildkröten

Arten:

  • Strahlenschildkröte (Asterochelys radiata)
  • Madagasische Schnabelbrustschildkröte (Astrochelys yniphora)
  • Köhlerschildkröte (Chelonoidis carbonaria)
  • Waldschildkröte (Chelonoidis denticulata)
  • Argentinische Landschildkröte (Chelonoidis chilensis)
  • Afrikanische Schnabelbrustschildkröte (Chersina angulata)
  • Sternschildkröte (Geochelone elegans)
  • Burmesische Landschildkröte (Geochelone. platynota)
  • Gopherschildkröten (Gopherus sp.)
  • Flachschildkröten (Homopus sp.)
  • Gelbkopfschildkröten(Indotestudo sp.)
  • Gelenkschildkröten (Kinixys sp.)
  • Spaltenschildkröte (Malacochersus tornieri)
  • Asiatische Waldschildkröten (Manouria sp.)
  • Südafrikanische Landschildkröten (Psammobates sp.)
  • Spinnen-, Flachrückenschildkröten (Pyxis sp.)
  • Pantherschildrötee (Stigmochelys pardalis)
  • Ägyptische Landschildkröte (Testudo kleinmanni)

Gehegefläche Landteil:

8 x 4 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Besondere Anforderungen:

  • Gewisse Arten: Zusätzlicher Auslauf im Freien, solange es die Wetterverhältnisse erlauben. (1)
  • Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann. (3)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Solide Gehegekonstruktion (Terrarium). (12)
  • Bei gewissen tagaktiven Arten sind helle Lampen (LED, HQL, HQI oder vergleichbare Lampen) zur Bestrahlung lokaler Aufwärmplätze zu verwenden, ausser die Tiere werden im Freiland oder in Gehegen mit direkter Sonneneinstrahlung gehalten. Die ausschliessliche Verwendung von Bodenheizungen oder Infrarotstrahlern ist nicht zulässig. (26)

Gruppe Europäische Landschildkröten

Arten:

  • Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni)
  • Maurische Landschildkröte (Testudo graeca)
  • Breitrandschildkröte (Testudo marginata)
  • Steppenschildkröte (Testudo horsfieldi)

Gehegefläche Landteil:

8 x 4 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Besondere Anforderungen:

  • Die klimatischen Bedingungen über das Jahr hindurch müssen so gewählt werden, dass ein Winterschlaf oder eine Trockenruhe für alle Altersklassen erfolgen kann. (4)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Der Boden muss teilweise mit grabfähigem Substrat versehen sein, sodass die Tiere darin graben und, je nach Art, sich zurückziehen können. (7)
  • Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein. (9)

Gruppe Alligatorschildkröten

Arten:

  • Geierschildkröte (Macroclemys temminickii)
  • Schnappschildkröte (Chelydra serpentina)

Gehegefläche Landteil:

2 x 2 x Körperlänge für 2 Tiere.

Fläche Bassin:

4 x 3 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Tiefe Bassin:

1 x Körperlänge

Besondere Anforderungen:

  • Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann. (3)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein. (9)
  • Solide Gehegekonstruktion (Terrarium). (12)

Gruppe Grosse Weichschildkröten

Arten:

  • Tempel-Weichschildkröte (Aspideretes nigricans)
  • Vorderindische Kurzkopf-Weichschildkröte (Chitra indica)
  • Bibrons Riesen-Weichschildkröte (Pelochelys bibroni)
  • Afrikanische Weichschildkröte (Trionyx triunguis)

Gehegefläche Landteil:

2 x 2 x Körperlänge für 2 Tiere.

Fläche Bassin:

5 x 3 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Tiefe Bassin:

2 x Körperlänge

Besondere Anforderungen:

  • Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann. (3)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Der Boden muss teilweise mit grabfähigem Substrat versehen sein, sodass die Tiere darin graben und, je nach Art, sich zurückziehen können. (7)
  • Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein. (9)
  • Ausreichend dimensionierte Filteranlagen. (18)

Gruppe Kleine bis mittelgrosse Weichschildkröten

Arten:

  • Knorpel-Weichschildkröte (Amyda cartilaginea)
  • Dornrand-Weichschildkröte (Apalone spinifera)
  • Kurzkopf-Weichschildkröte (Chitra vandijki)
  • Klappen-Weichschildkröten (Cyclanorbis sp., Cycloderma sp., Lissemys sp.)
  • Malayen-Weichschildkröte (Dogaia subplana)
  • Weichschildkröten der Gattung Nilssonia (Nilssonia sp.)
  • Nackendornen-Weichschildkröte (Palea steindachneri)
  • Cantors-Riesenweichschildkröte (Pelochelys cantorii)
  • Neuguinea-Riesenweichschildkröte (Pelochelys signifera)
  • Fernöstliche Weichschildkröten (Pelodiscus sp.)
  • Weichschildkröten der Gattung Rafetus (Rafetus sp.)

Gehegefläche Landteil:

2 x 2 x Körperlänge für 2 Tiere.

Fläche Bassin:

5 x 3 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Tiefe Bassin:

2 x Körperlänge

Besondere Anforderungen:

  • Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann. (3)
  • Gewisse Arten: Die klimatischen Bedingungen über das Jahr hindurch müssen so gewählt werden, dass ein Winterschlaf oder eine Trockenruhe für alle Altersklassen erfolgen kann. (4)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein. (9)
  • Ausreichend dimensionierte Filteranlagen. (18)

Gruppe Klappenschildkrötenartige

Arten:

  • Grosskopf-Schlammschildkröte (Claudius angustatus)
  • Tabascoschildkröte (Dermatemys mawii)
  • Klappschildkröten (Kinosternon sp.)
  • Moschusschildkröten (Sternotherus sp.)
  • Salvin-Kreuzbrustschildkröte (Staurotypus salvinii)

Gehegefläche Landteil:

2 x 2 x Körperlänge für 2 Tiere.

Fläche Bassin:

4 x 3 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Tiefe Bassin:

1 x Körperlänge

Besondere Anforderungen:

  • Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann. (3)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein. (9)

Gruppe Sumpfschildkröten

Arten:

  • Pazifische Sumpfschildkröte (Actinemys marmorata)
  • Zierschildkröten (Chrysemys sp.)
  • Amerikanische Sumpfschildkröte (Emydoidea blandingii)
  • Europäische Sumpfschildkröten (Emys sp.)
  • Waldbachschildkröten (Glyptemys sp.)
  • Höckerschildkröten (Graptemys sp.)
  • Diamantschildkröten (Malaclemys terrapin)
  • Echte Schmuckschildkröten (Pseudemys sp.)
  • Langhals-Schmuckschildkröten (Deirochelys sp.)
  • Buchstaben-Schmuckschildkröten (Trachemys sp.)

Gehegefläche Landteil:

2 x 2 x Körperlänge für 2 Tiere.

Fläche Bassin:

5 x 3 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Tiefe Bassin:

2 x Körperlänge

Besondere Anforderungen:

  • Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann. (3)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein. (9)
  • Ausreichend dimensionierte Filteranlagen. (18)
  • Bei gewissen tagaktiven Arten sind helle Lampen (LED, HQL, HQI oder vergleichbare Lampen) zur Bestrahlung lokaler Aufwärmplätze zu verwenden, ausser die Tiere werden im Freiland oder in Gehegen mit direkter Sonneneinstrahlung gehalten. Die ausschliessliche Verwendung von Bodenheizungen oder Infrarotstrahlern ist nicht zulässig. (26)

Gruppe Pelomedusen-Schildkröten

Arten:

  • Starrbrust-Pelomedusen (Pelomedusa subrufa)
  • Klappbrust-Pelomedusen (Pelusios sp.)

Gehegefläche Landteil:

2 x 2 x Körperlänge für 2 Tiere.

Fläche Bassin:

4 x 2 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Tiefe Bassin:

1 x Körperlänge

Besondere Anforderungen:

  • Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann. (3)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein. (9)
  • Ausreichend dimensionierte Filteranlagen. (18)
  • Bei gewissen tagaktiven Arten sind helle Lampen (LED, HQL, HQI oder vergleichbare Lampen) zur Bestrahlung lokaler Aufwärmplätze zu verwenden, ausser die Tiere werden im Freiland oder in Gehegen mit direkter Sonneneinstrahlung gehalten. Die ausschliessliche Verwendung von Bodenheizungen oder Infrarotstrahlern ist nicht zulässig. (26)

Gruppe Schlangenhalsschildkröten

Arten:

  • Südamerikanische Sumpfschildkröten (Acanthochelys sp.)
  • Australische Schlangenhalsschildkröten (Chelodina sp.)
  •  Fransenschildkröte (Chelus fimbriata)
  • Australische Schnappschildkröten (Elseya sp.)
  • Mary-River-Schildkröte (Elusor macrurus)
  • Spitzkopfschildkröten (Emydura sp.)
  • Südamerikanische Schlangenhalsschildkröten (Hydromedusa sp.)
  • Buckel-Krötenkopfschildkröten (Mesoclemmys sp.)
  • Australische Wasserschildkröten (Myuchelys sp.)
  • Bärtige Krötenkopfschildkröten (Phrynops sp.)
  • Plattschildkröte (Platemys platycephala)
  • Falsche Spitzkopfschildkröte (Pseudemydura umbrina)
  • Fitzroy-Schildkröte (Rheodytes leukops)
  • Rote Krötenkopfschildkröte (Rhinemys rufipes)

Gehegefläche Landteil:

2 x 2 x Körperlänge für 2 Tiere.

Fläche Bassin:

5 x 3 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Tiefe Bassin:

2 x Körperlänge

Besondere Anforderungen:

  • Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann. (3)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein. (9)

Gruppe Schienenschildkröten

Arten:

  • Arrauschildkröte (Podocnemis expansa)

Gehegefläche Landteil:

2 x 2 x Körperlänge für 2 Tiere.

Fläche Bassin:

4 x 2 x Körperlänge für 2 Tiere, 2 x 2 x Körperlänge für jedes weitere Tier.

Tiefe Bassin:

2 x Körperlänge

Besondere Anforderungen:

  • Die Temperatur muss den Bedürfnissen der Tiere entsprechen. Ein kleinerer Teil des Geheges muss allenfalls eine höhere Temperatur aufweisen und je nach Art muss für jedes Tier eine Wärmelampe vorhanden sein, damit es sich individuell der Strahlung aussetzen kann. (3)
  • Soziale Struktur beachten. Unter Umständen müssen die Tiere einzeln gehalten werden. (5)
  • Versteckmöglichkeiten müssen vorhanden sein. (9)
Bemerkung:
Zahlen hinter den "Besonderen Anforderungen" stellen die Indizes in der Verordnung dar.
Quelle:
Schweizerische Eidgenossenschaft, die Bundesbehörden: 455.1 Tierschutzverordnung (TSchV) vom 23. April 2008 (Stand am 10. März 2015)  > , Abruf vom 06.04.2015